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Gastbeitrag entlaufene Hunde aus dem Tierschutz

Entlaufene Hunde aus dem Tierschutz …

ein Gastbeitrag von Claudia Jevtic – Tierkommunikatorin und Tierschützerin mit Tätigkeit in Serbien.

Tierschutz-wo fängt er an, und wo hört er auf?
Diese Frage stellt sich vermutlich jeder, der sich dem Tierschutz verschreibt, irgendwann einmal. Ich habe in den vielen Jahren, die ich aktiv im Tierschutz tätig bin, einiges gelernt: nämlich vor allem dass dort, wo Tierschutz draufsteht, nicht wirklich auch Tierschutz „drin“ ist. Besonders hervorheben möchte ich die Tatsache, dass jeden Monat tausende (!) von Tieren aus dem Ausland nach Deutschland verbracht werden- „vermittelt werden“ trifft es nur in der Ausnahme. Denn wie kann ein Verein, der sagen wir 20 aktive Mitglieder hat, und pro Jahr an die 600 Tiere vermittelt, all diese neuen Zuhause, Pflegestellen etc. auch so betreuen, wie es sein sollte? Meiner Meinung nach schaffen das nur die allerwenigsten Tierschutzvereine.
Durch meine Arbeit als Tierkommunikatorin habe ich unzählige Anfragen, vermisste Tiere zu suchen. Sicher, schnell ist ein Hund aus dem Geschirr geschlüpft und außer Sichtweite, und schnell sitzt auch das Kätzchen plötzlich einfach nicht mehr wie sonst morgens vor der Türe, müde vom Streifzug. Im Großen und Ganzen aber sind meine Fälle hauptsächlich Tiere, die gerade erst vermittelt wurden, meistens herausgerissen aus ihrem Umfeld in der Heimat, ohne Erklärungen, ohne das Einfühlungsvermögen, das diese Tiere so dringend benötigen in dieser Phase der Veränderung. Sie werden auf völlig überfüllte Pflegestellen gesetzt, die meist hoffnungslos überfordert sind- aber „alles ist besser als auf der Straße zu sein“. Ist das wirklich so?
In den unzähligen Gesprächen mit Straßentieren habe ich anderes erfahren dürfen. Gewiss, die Sicherheit der Tiere hängt individuell von subjektiven Umständen ab, aber pauschal zu sagen, alles ist besser als auf der Straße zu leben, das ist meiner Meinung nach nicht korrekt. Viele entlaufene Tiere berichten mir, dass sie von der Situation überfordert sind, sie wissen nicht, was passiert, warum sie plötzlich hier sind. Und keiner macht sich die Mühe, es ihnen zu erklären- aber alle wundern sich, warum das Tier, das jahrelang mehr oder weniger glücklich auf der Straße in Land A oder B lebte, nicht dankbar und überglücklich ist, seine Freiheit, die es meist von kleinauf kennt, ohne großen Menschenkontakt, gegen das Leben mit meist überforderten Menschen in vier Wänden eingetauscht zu haben.
Die deutschen Wälder sind „voll“ von streunenden Hunden, und ich frage mich immer wieder: soll das nun das „bessere Leben“ für dieses Tier sein? Hat man es deshalb aus seinem Lebensraum gerissen? Das sind nun harte Worte, zugegeben. Und ich möchte nochmals betonen, dass es durchaus Tierschutzorganisationen gibt, die sehr gut vermitteln. Doch die breite Masse gehört leider nicht dazu- zum Leidwesen der vielen Tiere, die vom Ausland nach Deutschland kommen, oft vom Regen in die Traufe. Müsste man nicht vor Ort in diesen Ländern, aus denen all diese tausende Tiere stammen, mehr verändern? Den Tieren vor Ort helfen? Sollte man nicht die Tiere, die man dann nach Deutschland verbringt, mental vorbereiten auf das, was sie erwartet? Wir haben damit ausschließlich sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht, und KEIN EINZIGES TIER in all den Jahren war ein „Problemfall“- die Vorbereitung macht´s eben.

Anmerkung unseres Experten:

Mit diesem Gastbeitrag sollen auf keinem Fall alle seriös und verantwortungsvoll arbeitende Tierschützer angegriffen werden. Der Beitrag spiegelt die Erfahrungen des Verfassers wider und die genannten Aspekte entsprechen leider zu oft der Realität.

Die oben genannten Gründe für entlaufene Hunde sind eine Ursache. Andere Ursachen können jagende Hunde zum Beispiel sein. Siehe auch diesen Erfahrungsbericht über eine Suchaktion eines Hundes: http://hundeschule-lexa.de/blog/2012/10/06/jagdlich-ambitionierte-hunde/