Therapiebegleithundeteam – ein Gastbeitrag

Was macht ein Therapiebegleithundeteam?

Wir, das sind einerseits meine Hündin Pebbles, mittlerweile schon stolze 6 Jahre alt und langsam am Ergrauen und andererseits ich, Yvonne, 32 Jahre alt, gelernte Kinderkrankenschwester und in der Behindertenhilfe tätig, sind seit März 2013 ein Therapiebegleithundeteam.

Ich mag hier gar keine wissenschaftliche oder hochtrabende Abhandlung zu diesem Thema schreiben, eher geht es mir darum zu erklären, worin ich unsere Aufgabe sehe.

Wie sicherlich jeder Hundehalter bestätigen kann( eigentlich sogar jeder Haustierhalter) sind Tiere meist die besseren Menschen.

Seit meiner Kindheit lebe ich mit Hunden. Meine „Kindheitshunde“ Snoopy und später Ben waren wichtige, zeitweise sogar die wichtigsten Begleiter auf meinem Weg zum Erwachsenendasein. Sie bildeten eine Konstante in jeder noch so schwierigen Situation, waren geduldige Zuhörer und bessere „Trostspender“ als jeder noch so gute Freund. Sobald ich die Möglichkeit nach meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin hatte, selbst einen Hund zu halten, erfüllte ich mir diesen Traum mit meinen Hündinnen Paula und kurze Zeit später Pebbles. Während Paula nicht unbedingt jeden Menschen als ihren Freund betrachtete, tat dies Pebbles um so mehr. Und so nahm ich sie eines Tages mit auf die Wohngruppe in der Behinderteneinrichtung in der ich heute noch tätig bin.

Häufig hatte ich erlebt, dass meine Klienten von der breiten Öffentlichkeit zwar geduldet, aber auf Grund körperlicher und geistiger Behinderung doch lieber auf Distanz gehalten wurden und werden. Viele bekommen keinen Besuch von Angehörigen und Körpernähe ist ein Tabu, da Umarmungen falsch gedeutet werden könnten.

Nun kam Pebbles: ganz unvoreingenommen. Ohne Hemmungen wurden Hände abgeschlabbert, sie durfte angefasst und gestreichelt werden. Klienten, die sonst ganztags reglos und desinteressiert im Tagesraum saßen, nahmen Pebbles Anwesenheit wahr. Sie nahmen am Geschehen teil und sei es in der Form, dass sie den schnüffelnden Hund weg schickten.

Besonders berührte mich eine Klientin, die bei gestellten Anforderungen häufig mit Fremdaggressivität reagiert. Sie streckte ihre Hand in Pebbles Richtung aus, ich wollte schon dazwischen gehen, um Pebbles vor einem Schlag oder ausgerissenen Haaren zu bewahren, aber: Die Klientin streichelte Pebbles ganz vorsichtig den Kopf und lächelte.

Die Idee meine Arbeit mit meinem Hobby „Hund“ zu kombinieren, war geboren. Unterstützt von meinen Führungskräften und als „Azubi“ des MITTT konnte ich in 2012 mit der Umsetzung dieser Idee beginnen.

Bis zu unserer Prüfung im März 2013 erlebten wir viele wertvolle Momente:

Durch Pebbles erreichte ich die unterschiedlichsten Menschen, ein für mich sehr wichtiges Erlebnis, war die Entwicklung eines vierjährigen körperbehinderten Mädchens. Sie litt unter extremen Verlustängsten. Wenn sie durch uns betreut wird, bedeutet das , dass sie von ihrer Mutter getrennt wird über den Zeitraum von zwei Stunden. Sie weinte viel und eigentlich bestand die für die Mama so wichtige Betreuungzeit daraus, dass die Mitarbeiter sie trösten. Dies änderte sich erst, als die Mutter mich bat, Pebbles zu involvieren, denn das Mädchen liebt Tiere. Sie sah Pebbles und strahlte über das ganze Gesicht- bis zu diesem Zeitpunkt hatte keiner von uns Mitarbeitern die junge Dame auch nur ansatzweise lächeln sehen. Ab diesem Tag freute sich das Mädel auf die Betreuungen. Sie durfte Pebbles füttern und streicheln, Bälle werfen und wir unternahmen so manchen Spaziergang. Hört sich jetzt vielleicht erstmal nur nach Hund kuscheln an, aber wir arbeiteten natürlich auch daran ihre Fähigkeiten zu erhalten und zu trainieren.

Der wichtigste Punkt in dieser Betreuung war und ist natürlich, das Vertrauen des Mädchens zu bekommen. Durch Rituale gelang dies Pebbles und mir. Zu Beginn unserer Arbeit liefen die Betreuungen immer gleich ab, das bedeutet, Pebbles saß im Auto in ihrer Box mit auf dem Rücksitz, an meinem Arbeitsplatz angekommen, durfte sie erstmal gefüttert und gestreichelt werden und dann gingen wir gemeinsam spazieren, das Mädchen wird hierbei von mir im Kinderwagen geschoben, da sie nur bedingt und vor allem gestützt laufen kann, sie hält Pebbles Leine fest.

Durch diese für Außenstehende banal wirkende Handlungen erreicht sie für sich ganz viel:

  • durch die ritualisiert ablaufende Betreuung gewinnt das Mädchen an Sicherheit, denn die weiß, was kommt und kann sich dadurch von ihrer Mutter lösen. Durch den Einsatz von Pebbles wird aus der zuvor stressigen Situation ein freudiges Erlebnis für sie.
  • Ihr Selbstwertgefühl wird gesteigert: Pebbles schaut sie nicht komisch an, obwohl sie auf Grund ihrer Behinderung einen starken Tremor hat und ihre Arme und Hände nur schwer kontrollieren kann. Sie hat die Verantwortung(man kann es auch positiven Machtgewinn nennen), weil sie den Hund an der Leine führt- sie hat einen Grund, stolz auf sich zu sein.
  • Sie wird gebraucht, denn wäre sie nicht da, bekäme der Hund kein Futter, sie hat hiermit eine Aufgabe (hierzu gehört auch den Wassernapf mit Hilfestellung zu füllen).
  • Ihre taktile Wahrnehmung wird gefördert, wenn Pebbles ein Leckerchen aus ihrer Hand schleckt( sie hält diese in der geschlossenen Faust um sie nicht zu verlieren)
  • Ihre Feinmotorik wird trainiert- sie darf nur ein Leckerlie aufnehmen, was für sie unheimlich schwer ist auf Grund ihres Tremors.
  • Sie spricht kaum, aber sie versucht Pebbles zu sagen, um sie ran zu rufen- und Pebbles kommt! Sie erlebt, dass sie mit ihrer Stimme jemanden erreicht und sie verstanden wird.

Dies ist nur ein kurzer Abriss über all das, was in dieser einen Betreuung beinhaltet ist.

Hört sich irgendwie immer noch so an, als ob das jeder Hund könnte? Dies mag stimmen, allerdings musste Pebbles lernen viel aushalten zu können.

Für viele Hunde sind die teileweise „komischen“ Bewegungen und Lautgebungen von Menschen mit Behinderungen erschreckend. Pebbles wurde darauf geschult, sich von nichts und niemanden erschrecken zu lassen- wenn sie in der Arbeit ist, muss sie z.B. zu jeder Zeit das Platz Kommando ausführen, egal, was um sie herum geschieht.

Sie braucht absolutes Vertrauen zu mir, deswegen ist häufig zu beobachten, dass sie meinen Blickkontakt sucht, wenn ihr etwas komisch vorkommt. Dies beinhaltet natürlich auch, dass ich sie immer im Blick habe und sie absichere, sobald sie unsicher wirkt.

Pebbles darf nicht aggressiv reagieren, wenn sie einen Schlag o.ä. abbekommt (natürlich schütze ich meinen Hund vor bewussten Schlägen, aber manche Klienten zucken unkontrolliert). Pebbles musste lernen, auf Kommandos von anderen zu hören(sowohl Sicht- als auch Sprachkommandos)- ich bin immer wieder erstaunt, was sie so alles erkennen kann und für einen Klienten mit ausgeprägter Sprachstörung ist es natürlich ein Highlight, wenn ihn endlich mal jemand versteht.

Auch ich musste einiges lernen. Pebbles ist ein sturer Esel und ich habe ihr immer sehr viel durchgehen lassen, weil sie neben Esel auch ein Charmeur ist. Ich musste lernen konsequent zu sein- eine riesige Herausforderung… Und eine absolute Umstellung für Pebbles, die an manchen Tagen dazu führte, dass sie ihren Futterdummy schnappte, sich auf ihre Decke verzog und mich mit dem Popo nicht mehr angeschaut hat- und ich dann verzweifelt in Tränen ausgebrochen bin, weil mein Hund mich nicht mehr liebt… (was natürlich totaler Quatsch ist).

Doch wir haben unseren Weg gemacht und sind stolz darauf, wie viele Menschen wir bereits glücklich machen konnten. Im November werden wir wieder einsteigen, da ich aktuell in Elternzeit bin und unser Team wird dann hoffentlich von dem derzeitigen Azubi Sheldon (Border Collie, knapp 2 Jahre und treibt mich täglich an den Rand der Verzweiflung) bereichert. Im Oktober haben wir Prüfung und bis dahin noch viiiiiiiiiieeeeeeelllllll zu tun….

Cushing – ein Erfahrungsbericht

Wir mussten der uns bis 2010/2011 völlig unbekannten Krankheit stellen, uns damit beschäftigen und auseinandersetzen. Ich habe hier ein paar Dinge zusammengefasst, die vielleicht ein wenig helfen können Cushing möglichst früh zu erkennen und sich einem kompetenten Tierarzt anzuvertrauen.

CUSHING:

Ist eine relativ weit verbreitete, jedoch häufig nicht, nicht korrekt und/oder nicht schnell genug diagnostizierte Erkrankung meist älterer Hunde. Auch wird gesagt, dass kleine Rassen eher an Cushing erkranken als große Rassen. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel!!!

Einleitung:

Bei dieser Krankheit produziert die Nebennierenrinde zu viel Kortisol. Die erhöhte Kortisolbildung führt zu weitergehenden Schäden der inneren Organe wie Leber, Nieren und/oder Bauchspeicheldrüse und hat u.a. Auswirkungen beispielsweise auf die Haarfollikel.

Welche Arten von Cushing gibt es?

Man unterscheidet grundsätzlich das Cushing-Syndrom und Morbus Cushing sowie den “latrogenen” Cushing.

Was ist der Unterschied zwischen den drei Formen?

Cushing Syndrom:
Einfach ausgedrückt befindet sich in der Nebennierenrinde (NNR) ein Adenom (Geschwulst, Tumor) oder ein Adenokarzinom (Krebsgeschwulst). Dieses regt die NNR dazu an, vermehrt Kortisol zu produzieren. Diese Form des Cushing kommt laut Studien in etwa 15% aller Erkrankungen vor. Man spricht auch von einem “adrenalen Cushing”.

Morbus Cushing:

Hierbei ist der Auslöser ein -meist- gutartiger Tumor, der in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) sitzt. Der Tumor stimuliert die Hypophyse, ein Hormon namens ACTH in sehr hohen Mengen auszuschütten. Dieses ACTH wiederum veranlasst die NNR zu der erhöhten Kortisolbildung.

Iatrogener Cushing:

Die Ursache für diese Form des Cushing ist die kurzfristige, sehr hochdosierte externe Gabe von Kortikosteroiden, also Cortison von außen. Manche Krankheiten können – wie beim Menschen auch – die Applikation von Cortison erforderlich machen. Unter Umständen führt das zu einem Cushing.

Woran erkennt der Besitzer, ob der Hund evtl. Cushing haben könnte?

Cushing ist klinisch (also das, was man als Besitzer beobachten kann) nicht immer erkennbar. Es gibt eine Reihe von Anzeichen, die für Cushing, aber auch für viele andere Krankheiten sprechen können. An den klinischen Beobachtungen lässt sich erst einmal kein Rückschluss ziehen, denn nicht bei jedem Hund müssen die bzw. alle Symptome auftreten.

Anzeichen:

  • vermehrter Durst und dadurch vermehrtes Harnlassen
  • verstärkter Appetit (Fresssucht)
  • Stammfettsucht an Brust und Bauch (Hängebauch)
  • Haarausfall bis zur stellenweisen Kahlheit, stumpfes, schütteres Fell
  • Hautveränderungen (dünnere Haut), Kalzium-Einlagerungen unter der Haut
  • Lebervergrößerungen
  • Hinterhandschwäche, schwankender Gang, Muskeln bilden sich zurück, so dass es teilweise auch zu Stürzen des Hundes kommen kann
  • Entzündungsanfälligkeit, spez. Urinaltrakt aber auch der Haut und Ohren
  • Hoden beim Rüden verkleinern sich, Läufigkeit bei der Hündin bleibt aus

Woran erkennt der Tierarzt, ob der Hund evtl. Cushing haben könnte?
Um eine Krankheit zu diagnostizieren muss man erst einmal an sie denken!!!

Dieser weise Satz trifft haargenau auf Cushing zu. Die möglichen Folgen der Krankheit (Leber- und Nierenvergrößerungen, unter Umständen akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, Infektionen des Urinaltraktes, Gebärmutterentzündungen bei der Hündin usw.) können die eigentliche Ursache häufig verschleiern. Bei manchen Hunden mit Cushing-Syndrom sind die Symptome sehr stark ausgeprägt, während andere Tiere nur wenige und schwache Symptome zeigen. Zusätzlich zum Cushing-Syndrom können andere Erkrankungen auftreten, manchmal entwickelt sich ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beim Hund.
Es muss mittels einem großem Blutbild mit Kortisolbestimmung ermittelt werden, ob der Hund an Cushing erkrankt ist.

Was ist, wenn die Laborwerte auf Cushing hindeuten?

Deuten die bisher erlangten Erkenntnisse auf Cushing, so wendet der Tierarzt mehrere der verschiedenen Testverfahren (ACTH-Stimulationstest, Dexamethason-Suppressionstest – low dose oder high dose -, in selteneren Fällen auch eine ACTH-Bestimmung), an. Denn bis zu diesem Zeitpunkt ist zwar vielleicht die vorläufige Diagnose gestellt, die Ursache – also welche Cushingform vorliegt – ist aber noch nicht klar. Die o.g. Tests zeigen einem erfahrenen Tierarzt meist die ganze Wahrheit. Aber Achtung: Studien belegen, dass etwa 15% der erkrankten Hunde durch die Tests trotzdem nicht zweifelsfrei diagnostiziert werden können!!!

Wie sieht die Behandlung der Krankheit aus?

Abhängig von der Form des Cushing (ohne iatrogene Form), gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • medikamentös: das ist die am weitesten verbreitete Form
  • operativ: dies ist nur in Ausnahmefällen möglich. Ein NNR-Tumor ist dabei unter Umständen einfacher operativ zu entfernen. Eine OP des Hypophysentumores wird zur Zeit weltweit bisher lediglich an der Vet-Uni in Utrecht/NL durch Prof. Meij durchgeführt. Die Operation ist allerdings sehr schwierig, oft überleben die Hunde den Eingriff nicht.
  • durch Bestrahlung: Fr. Dr. Kaser-Hotz von der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich berichtete auf dem ECVIM-Congress 2005 von sehr guten Erfolgen bei der Bestrahlung von Hypophysen-Tumoren.

Welche Medikamente gibt es?
z.B. Trilostane – Handelsname Vetoryl

Vetoryl hemmt die Bildung von Progesteron und dadurch die Synthese verschiedener Steroide, darunter auch Cortisol und Aldosteron. Die vorher übermäßige Kortisolproduktion wird so unterdrückt. Vetoryl ist in England derzeit das einzig zugelassene Medikament in der Cushingbehandlung, während es in den USA keine Zulassung hat. Sein Vorteil besteht darin, dass die oben beschriebene Blockade der Enzymsynthese reversibel ist und das Ziel der Therapie – im Gegensatz zu Lysodren – nicht die gewollte, dauerhafte Zerstörung der eigentlich “gesunden” Nebennierenrinde ist. Ein weiterer Vorteil ist die kurze Wirkdauer im tierischen Körper, die es ermöglicht, evtl. auftretenden Nebenwirkungen durch Absetzen der Medikation rasch entgegenzuwirken. Vetoryl wird i.d.R. 1x täglich verabreicht, eine Aufteilung der Tagesdosis auf 2 Gaben kann helfen, wenn das Tier zwar gute post-ACTH-Werte, aber nach wie vor klinische Symptomatik aufweist.

Bei Eingabe von Vetoryl wird in klinischen Studien nur in seltenen Fällen von Nebenwirkungen berichtet. Komplikationen, speziell beim Vorliegen weiterer Erkrankungen, können jedoch wie bei jeder Krankheit bzw. jeder Medikation nie ganz ausgeschlossen werden.

Wie sieht die Lebenserwartung aus?

Grundsätzlich ist die Lebenserwartung eines gut medikamentös eingestellten Cushing-Hundes mit der eines gesunden Tieres nahezu vergleichbar. Natürlich kann es im Verlauf der Therapie immer wieder zu Problemen kommen, die durch Begleiterkrankungen verursacht werden und Dosisanpassungen erforderlich machen. Wichtig ist ein gutes Auge des Besitzers und eine optimierte tierärztliche Überwachung. Selbst bei problemlosen Verläufen ist eine Überwachung mittels ACTH-Tests im Abstand von 3 Monaten, in Ausnahmefällen auch 6 Monaten, angeraten.

Stellen Sie sich bei dem Verdacht auf Cushing bei Ihrem Hund folgende Fragen :

  • Hat mein Haustierarzt selber den Verdacht geäußert?
  • Wenn ja: wieviele Cushing-Patienten hat er bereits behandelt und wie?
  • Kennt er alle Therapieformen, hat er z.B. Broschüren, Bücher und sonstiges Infomaterial über die Krankheit?
  • Vertraue ich ihm 100%ig? Sich eine zweite Meinung einzuholen ist evtl. dennoch in  Erwägung zu ziehen.
  • Ist er bereit, mit einem Spezialisten zusammenzuarbeiten und/oder gemeinsam zu lernen?

Die finanzielle Seite:

Cushing ist eine sehr kostspielige Krankheit. Die Medikamente, die anfänglich sehr engen Kontrolltermine, die umfangreichen Tests usw. kosten eine Menge Geld. Darüber muss man sich im Klaren sein!!!

Die persönliche Seite:

Einen Cushing-Hund optimal zu betreuen und versorgen, bedeutet eine große Verantwortung auf lange Zeit zu übernehmen. Es stehen viele Tierarztbesuche, Kontrolltermine usw. an. Die Tabletten müssen täglich zeitlich genau verabreicht werden, um den gewünschten Erfolg langfristig erzielen und festigen zu können. Auch wird es im Verlauf der Krankheit immer wieder Höhen und Tiefen ihres Hundes geben, die natürlich die gesamte Familie psychisch an ihre Grenzen bringen können.

In unserem Fall hat das Cushing einen dramatischen Verlauf genommen, dem wir nichts entgegensetzen konnten.

Aaryan, Normandie 2010

Die Krankheit Cushing an sich ist zwar nicht heilbar aber behandelbar und es gibt viele Hunde, die ein weitestgehend normales Leben damit führen.

Anmerkung des Teams: Möglicherweise bestehen inzwischen Möglichkeiten neuer Medikamente oder Behandlungsmöglichkeiten. Besprechen Sie sich immer ausführlich mit Ihrem Tierarzt darüber. Sollten Sie einen Experten in dem Gebiet suchen, dann sprechen Sie uns gerne an und wir können Ihnen da weiterhelfen.

Gastbeitrag entlaufene Hunde aus dem Tierschutz

Entlaufene Hunde aus dem Tierschutz …

ein Gastbeitrag von Claudia Jevtic – Tierkommunikatorin und Tierschützerin mit Tätigkeit in Serbien.

Tierschutz-wo fängt er an, und wo hört er auf?
Diese Frage stellt sich vermutlich jeder, der sich dem Tierschutz verschreibt, irgendwann einmal. Ich habe in den vielen Jahren, die ich aktiv im Tierschutz tätig bin, einiges gelernt: nämlich vor allem dass dort, wo Tierschutz draufsteht, nicht wirklich auch Tierschutz „drin“ ist. Besonders hervorheben möchte ich die Tatsache, dass jeden Monat tausende (!) von Tieren aus dem Ausland nach Deutschland verbracht werden- „vermittelt werden“ trifft es nur in der Ausnahme. Denn wie kann ein Verein, der sagen wir 20 aktive Mitglieder hat, und pro Jahr an die 600 Tiere vermittelt, all diese neuen Zuhause, Pflegestellen etc. auch so betreuen, wie es sein sollte? Meiner Meinung nach schaffen das nur die allerwenigsten Tierschutzvereine.
Durch meine Arbeit als Tierkommunikatorin habe ich unzählige Anfragen, vermisste Tiere zu suchen. Sicher, schnell ist ein Hund aus dem Geschirr geschlüpft und außer Sichtweite, und schnell sitzt auch das Kätzchen plötzlich einfach nicht mehr wie sonst morgens vor der Türe, müde vom Streifzug. Im Großen und Ganzen aber sind meine Fälle hauptsächlich Tiere, die gerade erst vermittelt wurden, meistens herausgerissen aus ihrem Umfeld in der Heimat, ohne Erklärungen, ohne das Einfühlungsvermögen, das diese Tiere so dringend benötigen in dieser Phase der Veränderung. Sie werden auf völlig überfüllte Pflegestellen gesetzt, die meist hoffnungslos überfordert sind- aber „alles ist besser als auf der Straße zu sein“. Ist das wirklich so?
In den unzähligen Gesprächen mit Straßentieren habe ich anderes erfahren dürfen. Gewiss, die Sicherheit der Tiere hängt individuell von subjektiven Umständen ab, aber pauschal zu sagen, alles ist besser als auf der Straße zu leben, das ist meiner Meinung nach nicht korrekt. Viele entlaufene Tiere berichten mir, dass sie von der Situation überfordert sind, sie wissen nicht, was passiert, warum sie plötzlich hier sind. Und keiner macht sich die Mühe, es ihnen zu erklären- aber alle wundern sich, warum das Tier, das jahrelang mehr oder weniger glücklich auf der Straße in Land A oder B lebte, nicht dankbar und überglücklich ist, seine Freiheit, die es meist von kleinauf kennt, ohne großen Menschenkontakt, gegen das Leben mit meist überforderten Menschen in vier Wänden eingetauscht zu haben.
Die deutschen Wälder sind „voll“ von streunenden Hunden, und ich frage mich immer wieder: soll das nun das „bessere Leben“ für dieses Tier sein? Hat man es deshalb aus seinem Lebensraum gerissen? Das sind nun harte Worte, zugegeben. Und ich möchte nochmals betonen, dass es durchaus Tierschutzorganisationen gibt, die sehr gut vermitteln. Doch die breite Masse gehört leider nicht dazu- zum Leidwesen der vielen Tiere, die vom Ausland nach Deutschland kommen, oft vom Regen in die Traufe. Müsste man nicht vor Ort in diesen Ländern, aus denen all diese tausende Tiere stammen, mehr verändern? Den Tieren vor Ort helfen? Sollte man nicht die Tiere, die man dann nach Deutschland verbringt, mental vorbereiten auf das, was sie erwartet? Wir haben damit ausschließlich sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht, und KEIN EINZIGES TIER in all den Jahren war ein „Problemfall“- die Vorbereitung macht´s eben.

Anmerkung unseres Experten:

Mit diesem Gastbeitrag sollen auf keinem Fall alle seriös und verantwortungsvoll arbeitende Tierschützer angegriffen werden. Der Beitrag spiegelt die Erfahrungen des Verfassers wider und die genannten Aspekte entsprechen leider zu oft der Realität.

Die oben genannten Gründe für entlaufene Hunde sind eine Ursache. Andere Ursachen können jagende Hunde zum Beispiel sein. Siehe auch diesen Erfahrungsbericht über eine Suchaktion eines Hundes: http://hundeschule-lexa.de/blog/2012/10/06/jagdlich-ambitionierte-hunde/

Vorsorge für Erkrankungen des Hundes

Vorsorge für die Erkrankungen eines älteren Hundes.

Ein Erfahrungsbericht eines unserer Mitglieder:

Häufig werden unsere Fellnasen im Welpenalter angeschafft. Wer denkt schon da, an altersbedingte Erkrankungen unserer Tiere. Aus eigner Erfahrung weiß ich, wie häufig Tierarztbesuche beim alternden Hund notwendig sind und wie sehr sie den monatlichen Familien-Etat belasten.

Nach dem Tod unseres älteren Hundes und dem Einzug eines „neuen“ Hundes, haben wir vom ersten Monat an einen zusätzlichen Alterssparstrumpf für den Hund angelegt. Dort wandern jeden Monat zwischen 5 und 20 Euro rein. Die angesparte Summe ist für die Zeit gedacht, wenn unsere Fellnase aus Altersgründen häufiger zum Tierarzt muss.

Außerdem haben wir eine Hunde-Op-Versicherung abgeschlossen. Das Angebot hierzu ist groß. Wir waren aber sehr froh, als sich ein bösartiger Tumor an der Pfote entwickelte und wir sämtliche Operationskosten und auch die Nachsorgeuntersuchung darüber finanzieren konnten.

Ich wünsche allen Fellnasen und Hundebesitzern ein schönes und gesundes Zusammenleben.

Silvesterknallerei für Hunde

Jetzt geht es wieder los, die Silvesterknallerei – eine schreckliche Zeit für unsere ängstliche Hündin…

Ein Erfahrungsbericht eines unserer Mitglieder:

Viele Jahre haben wir eigentlich nichts gemacht, um es ihr etwas erträglicher zu machen – aus Unwissenheit. Doch es gibt einiges, was wir inzwischen ausprobiert haben und sich als nützlich erwiesen hat.

Randy ist eine sehr ängstliche Hündin, insbesondere bei Geräuschen wie Donner, aber auch wenn im Dorf jemand Holz hackt. Wir hören es kaum … aber für Randy ist es die Hölle. Und natürlich ist die jetzt wieder aufkommende Knallerei keine gute Zeit für Randy.
Wir haben ganz gute Erfolge mit den folgenden Hilfsmitteln erzielen können: zum einen mit einem Lavendeltuch als Halsband – es hat eine beruhigende Wirkung auf den Hund und zum anderen haben wir vor einiger Zeit zusätzlich noch ein Thundershirt angeschafft. Ich war zunächst sehr skeptisch und dachte eigentlich, es sei wieder etwas, um den besorgten Hundehaltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Das Shirt liegt ganz eng an, ähnlich einer Corsage, natürlich aus weichem Fleecestoff. Zumindest bei Gewitter hatten wir den Eindruck, dass sich Randy nicht so reinsteigert wie das sonst der Fall war. Ich habe auch schon Lavendeltropfen auf das Thundershirt geträufelt. Ich will nicht von einem Wundermittel reden, hatte aber wirklich das Gefühl, dass es für Randy erträglicher ist. In selten Fällen geben wir ihr auch mal ein paar Rescue-Notfall Tropfen. Um Mitternacht, wenn es draußen laut wird, wird es bei uns zu Hause auch laut. Laut deshalb, weil es laute Musik bei uns gibt, um die Knallerei etwas zu übertönen. Im letzten Jahr hat Randy, eingepackt in das Thundershirt mit Lavendelduft und lauter Westernhagenmusik im Haus, die Knallerei so gut wie verpennt.

Ich wünsche allen Hundebesitzern und ihren Vierbeinern eine ruhige Silvesternacht. Passt gut auf Eure Fellnasen auf!

Anmerkungen unseres Experten zu Silvester und dem Erfahrungsbericht:

Ein Lavendeltuch als Halsband, wie in dem Erfahrungsbericht beschrieben, ist eine vorkonditionierte Entspannung durch die Berührung und den taktilen Reiz des Halstuches. Das Lavendelöl hat zudem eine beruhigende Wirkung und wirkt zusätzlich noch als geruchliches Signal zur Entspannung eines Hundes. Wenn Sie wissen möchten, wie man dies trainieren kann, um seinem Hund in gewissen Situationen zu mehr Entspannung zu verhelfen, dann sprechen Sie uns gerne an.

Sollte Ihr Hund zu Silvester Angst bekommen, dann lassen Sie ihm Rückzugsmöglichkeiten und lassen Sie Ihren Hund sich dahin verkriechen, wohin er gerne möchte. Ihr Hund hat ein großes Problem, werden nicht auch Sie noch zusätzlich zum Problem. Möchte der Hund sich im Bad verkriechen, dann lassen Sie ihn gewähren, wenn er auch sonst nicht ins Bad darf. Wenn Silvester vorbei ist, gelten die alten Regeln einfach wieder. Wenn möglich seien Sie bei Ihrem Hund und helfen Sie ihm. Verstärken Sie nicht seine Angst durch „Oweh, du Armer. Es ist so schlimm!“ sondern helfen Sie ihm „Komm mein Hundchen, ich bin bei dir und beschütze dich, es wird dir nichts passieren!“ Das sind zwei ganz unterschiedliche Möglichkeiten: selbstverständlich kann man seinen Hund in seiner Angst bestärken, man kann aber auch genauso gut der große Beschützer für ihn sein. Sind Sie sich unsicher, sprechen Sie uns gerne an.

Wir vom Team der Hundehalter-Nothilfe e.V. wünschen Ihnen und Ihrem Hund ein frohes Neues Jahr 2014.

Verzichten Sie dieses Jahr gerne auf für Hunde angstmachende Böller? Feiern Sie das neue Jahr doch mal mit einem Knochen statt Böller für unsere Notfelle. Unter Helfen Sie Uns finden Sie Möglichkeiten, unseren Notfellen etwas zukommen zu lassen.